Gastkommentar von Kevin Eßer
Ein normaler Bürger könnte denken: Donald Trump ist dumm und verrückt. Und genau das will er. In Wirklichkeit ist dieses Image Teil eines genialen Schachzugs – eine gezielte Inszenierung, die Gegner unterschätzen lässt, was strategisch tatsächlich geschieht. Ich kann die Tiefe dieses Spiels hier nur andeuten, doch eines ist sicher: Die EU wird in die Falle laufen.
Warum? Weil sie ideologisch blind, wirtschaftlich naiv und politisch führungsschwach agiert. Die Europäische Union zerstört sich nicht nur selbst, sie bekommt dabei auch tatkräftige Unterstützung – von außen durch die geopolitischen Interessen der USA und BRICS+, aber vor allem durch das eigene freiwillige Aufgeben innerer Stärke und Souveränität.
Exorbitant Privilege: Die Dollar-Dominanz als geopolitisches Instrument
Die Grundlage der US-Macht ist der US-Dollar. Durch das sogenannte Exorbitant Privilege können die USA weltweit Waren und Dienstleistungen beziehen, ohne reale Gegenleistung, allein durch das Drucken von Geld. Der Rest der Welt wird gezwungen, Dollarreserven zu halten, Schulden in Dollar aufzunehmen und die US-Finanzmärkte zu stabilisieren. Damit können die Vereinigten Staaten ihre Handelsdefizite monetarisieren und gleichzeitig ihre Hegemonialstellung festigen.
Diese Waffe wird gezielt eingesetzt: Sanktionen gegen Länder wie Russland und Iran, der Ausschluss aus dem SWIFT-System, das Einfrieren von Auslandsguthaben. Das sind keine diplomatischen Maßnahmen, sondern wirtschaftliche Angriffe zur Durchsetzung politischer Interessen.
DOGE, Unternehmensentlastung und wirtschaftliche Mobilmachung
Die jüngsten wirtschaftspolitischen Maßnahmen der USA dienen der systematischen Vorbereitung auf die Auseinandersetzung mit China und dem BRICS+-Block.
DOGE – nicht als offizielles US-Programm, sondern sinnbildlich für die gezielte Mobilisierung wirtschaftlicher Macht zur Verteidigung globaler Dominanz. Sozusagen ist DOGE auch das: Defense of Global Economic Dominance.
Steuersenkungen für US-Unternehmen, Deregulierung, Standortvorteile, aggressive Repatriierungspolitik, Investitionsanreize und Handelsprotektionismus sind keine Versprechen, sondern Instrumente eines strategischen Gefechts. Der Zweck: China wirtschaftlich einzudämmen, BRICS+ zu destabilisieren und den Dollar als alternativlose Leitwährung zu erhalten.
Trump als Katalysator eines globalen Minsky-Moments
Trump – und die Kräfte hinter ihm – verfolgen keine spontane, sondern eine spieltheoretisch kalkulierte Strategie. Ziel ist nicht nur kurzfristige Reindustrialisierung, sondern der kontrollierte Umbau der Weltordnung. Manche sprechen vom neuen Bretton-Woods-Moment, andere vom Great Reset – diesmal zugunsten der Vereinigten Staaten.
Ein zentrales Element ist der sogenannte Minsky-Moment: ein orchestrierter Kontrollverlust der Weltwirtschaft nach Jahren der Überschuldung und Blasenbildung. Sollte er gezielt herbeigeführt werden, wäre das der Moment, in dem die USA ihre globale Vorherrschaft neu verankern.
Europa als Spielball statt Spieler
Während die USA strategisch vorgehen, folgt Deutschland – wie weite Teile der EU – einem veralteten Weltbild: der unipolaren Ordnung mit den USA als gutartigem Hegemon. Doch die Realität ist: Weder Trump noch Biden vertreten europäische Interessen. Sie vertreten amerikanische.
Europa steht deindustrialisiert, energieabhängig, militärisch schwach, wirtschaftlich unter Druck. Gleichzeitig wird es vom sozialistischen Zeitgeist geprägt, der Freiheit, Leistung und Eigenverantwortung systematisch untergräbt.
Ein Weckruf für Deutschland und Europa
Wenn Deutschland und Europa bestehen wollen – wirtschaftlich, kulturell und souverän –, dann braucht es einen fundamentalen Kurswechsel. Einen Bruch mit transatlantischer Hörigkeit und ideologischer Selbstaufgabe.
Deutschland muss zu einem freiheitlich denkenden und wirtschaftlich selbstbewussten Land zurückfinden. Das bedeutet eine politische Wende zu marktwirtschaftlichen, libertären Prinzipien – wie sie von Dr. Markus Krall, Javier Milei oder der Österreichischen Schule von Hayek und Mises vertreten werden.
Gleichzeitig braucht es einen gesunden, selbstbewussten Patriotismus: ein klares Bekenntnis zu nationaler Identität, kultureller Eigenständigkeit und strategischer Souveränität. Ein Deutschland, das sich nicht auflöst, sondern bewusst für sich und seine Zukunft einsteht – in einem Europa der Vaterländer.
Fazit
Was Trump tut, ist kein Zufall. Es ist geopolitische Strategie auf höchstem Niveau, eine wirtschaftliche Mobilmachung gegen BRICS+, China und das Entgleiten der US-Hegemonie. Die Frage ist nicht, ob man das gut findet. Die Frage ist: Wann wacht Europa auf? Und: Hat Deutschland überhaupt noch die Kraft, sich selbst zu verteidigen?
Der Autor ist auf der Plattform X unter dem Benutzernamen @Kevin_Esser91 erreichbar.